Wer an Weihnachten den Duft von Zimt und Mandeln liebt, kommt an Zimtsternen kaum vorbei. Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen reichen bis ins Jahr 1536 zurück, als sie einem Kaiser serviert wurden. In diesem Artikel erfahren Sie, woher das Gebäck stammt, welche Zutaten es braucht und wie Sie es selbst backen – mit Tipps für den perfekten Guss.

Beliebtheit: Weihnachtsklassiker in der Schweiz und Deutschland ·
Typische Zutaten: Mandeln, Eiweiß, Puderzucker, Zimt ·
Backzeit: 3–5 Minuten bei 240 °C ·
Haltbarkeit: 2–3 Wochen in luftdichter Dose

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Genaue Herkunft umstritten (Schweiz oder Elsass) (Betty Bossi)
  • Bezug zum Stern von Bethlehem nicht bewiesen (Koenitz)
3Zeitleisten-Signal
  • 1536: Erste Erwähnung bei Kaiser Karl V. (Patrimoine Culinaire Suisse)
  • 18. Jahrhundert: Rezepte in deutschen Kochbüchern (Patrimoine Culinaire Suisse)
4Wie es weitergeht
  • Internationaler Weihnachtsklassiker mit neuen Variationen (vegan, glutenfrei) (Journal des Femmes)

Vier Fakten auf einen Blick: Herkunft, Zutaten, Backzeit und Haltbarkeit – die wichtigsten Daten zum Zimtstern.

Merkmal Wert
Herkunft Schweiz oder Elsass (19. Jahrhundert)
Hauptzutaten Mandeln, Eiweiß, Puderzucker, Zimt
Backzeit 3–5 Minuten bei 240 °C
Haltbarkeit 2–3 Wochen (luftdicht)

Was ist der Ursprung des Zimtsterns?

Die ersten Zimtsterne in der Schweiz

  • Erste schriftliche Erwähnung 1536, als Kardinal Lorenzo Campeggio sie Kaiser Karl V. servierte (Patrimoine Culinaire Suisse (Schweizer Inventar des kulinarischen Erbes))
  • Gebäckforscherin Irene Krauss datiert die Entstehung auf das 16. Jahrhundert (Patrimoine Culinaire Suisse)

Zimt war im Mittelalter eine kostbare Handelsware aus Südostasien und machte Zimtgebäck lange zu einem Luxusprodukt, das nur wohlhabenden Kreisen vorbehalten war. In deutschen Kochbüchern tauchen Rezepte für Zimtsterne erst im 18. Jahrhundert auf, in der Schweiz sogar erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Patrimoine Culinaire Suisse).

Verbreitung durch elsässische Bäcker

Die genaue geografische Herkunft bleibt umstritten: Während einige Quellen die Schweiz als Ursprungsland nennen, verweisen andere auf das Elsass. FoodTrail berichtet, dass Zimtsterne in der Schweiz bis ins 18. Jahrhundert selten blieben, weil Zimt sehr teuer war (FoodTrail (Schweizer Foodblog)).

Die überraschende Wendung

Obwohl Zimtsterne heute Volksgebäck sind, war ihr Genuss im 16. Jahrhundert ein Privileg der Reichen – der Zimtpreis war höher als der von Gold.

Was bedeutet das: Die Geschichte der Zimtsterne zeigt, wie ein einfaches Gebäck aus teuren Handelsgütern zu einem Symbol der Weihnachtstradition wurde. Der hohe Zimtpreis machte es lange zu einem exklusiven Genuss – erst mit der Industrialisierung und günstigeren Importen wurde es zum Volksgebäck.

Wie beschreibt man einen Zimtstern?

Aussehen und Konsistenz

  • Klassischer Zimtstern ist ein mürbes Mandelgebäck mit weißem Zuckerguss in sechszackiger Sternform (Patrimoine Culinaire Suisse)

Die Konsistenz ist weich und mürbe, die Glasur sorgt für eine leichte Süße. Zimtsterne werden traditionell ohne Mehl gebacken, was sie von anderen Weihnachtsplätzchen unterscheidet.

Typische Zutaten

Die Zutatenliste ist kurz: Mandeln, Eiweiß, Puderzucker und Zimt bilden die Basis. Viele Rezepte empfehlen, die Mandeln frisch zu mahlen für ein intensiveres Aroma. Die Glasur besteht aus Eiweiß und Puderzucker, manchmal mit Zitronensaft verfeinert.

Der Eindruck: Die Beschreibung zeigt: Zimtsterne leben von der Einfachheit ihrer Zutaten und der klaren Form. Wenige Komponenten, aber die richtige Balance entscheidet über den Geschmack.

Welche Zutaten braucht man für Zimtsterne?

Grundrezept

  • 200 g gemahlene Mandeln, 2 Eiweiß, 150 g Puderzucker, 1 TL Zimt (Journal des Femmes)
  • Teig kneten, ausrollen, Sterne ausstechen (Journal des Femmes)

Das Grundrezept ist einfach: Das Eiweiß wird steif geschlagen, dann Puderzucker, Mandeln und Zimt untergehoben. Der Teig sollte nicht zu weich sein – bei Bedarf etwas mehr Mandeln zugeben. Nach dem Ausrollen (ca. 5 mm dick) werden die Sterne ausgestochen und auf ein Backblech gelegt.

Variationen (glutenfrei, vegan)

  • Glutenfrei: Da Zimtsterne traditionell mehlfrei sind, sind sie von Natur aus glutenfrei – aber auf verstecktes Gluten in Mandeln achten (Koenitz (Lebensmittelblog))
  • Vegan: Eiweiß durch Aquafaba (Kichererbsenwasser) ersetzen (Koenitz)

Vegane Varianten verwenden Aquafaba statt Eiweiß – das Ergebnis kommt dem Original sehr nahe. Auch eine zuckerreduzierte Version mit Erythrit ist möglich, allerdings verändert sich die Konsistenz der Glasur.

Die Regel: Die Zutaten sind flexibel, aber die Grundverhältnisse sollten stimmen. Wer zu viel Zimt nimmt, riskiert einen bitteren Beigeschmack – die Balance ist entscheidend.

Wie backt man Zimtsterne?

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Eiweiß steif schlagen, Puderzucker einrieseln lassen.
  2. Mandeln und Zimt unterheben, zu einem glatten Teig kneten.
  3. Teig auf bemehlter Fläche 5 mm dick ausrollen.
  4. Sterne ausstechen, auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen.
  5. Glasur aus Eiweiß und Puderzucker auftragen.
  6. Bei 210 °C (Umluft) 5 Minuten backen, bis die Glasur weiß bleibt.

Die Schritte folgen dem klassischen Rezept des Journal des Femmes. Wichtig: Den Teig nicht zu lange kneten, sonst wird er zu fest.

Tipps für den perfekten Guss

  • Glasur dick auftragen, damit sie nicht verläuft (Journal des Femmes)
  • Vor dem Backen 12 Stunden trocknen lassen – so bleibt die Glasur weiß (Journal des Femmes)

Backzeit und Temperatur

  • Backzeit: 3–5 Minuten bei 240 °C (Ober-/Unterhitze) oder 5 Minuten bei 210 °C (Umluft) (Journal des Femmes)
  • Nicht zu lange backen, sonst wird die Glasur braun (Madam Cadamia)

Die kurze Backzeit bei hoher Temperatur ist typisch für Zimtsterne. Wichtig: Die Plätzchen sollen nach dem Backen noch weich sein – sie härten beim Abkühlen nach.

Der entscheidende Faktor

Die Backzeit ist der kritischste Punkt – eine Minute zu lange und die Glasur wird braun. Lieber bei 210 °C backen und die Zeit im Auge behalten.

Der Skill: Die Kunst liegt im Timing: zu kurz gebacken sind sie zu weich, zu lang gebacken verlieren sie die weiße Glasur. Ein schmaler Grat, der Erfahrung erfordert.

Wie lagert man Zimtsterne?

Haltbarkeit

Durch den geringen Feuchtigkeitsgehalt sind Zimtsterne lange haltbar. Sie sollten jedoch nicht mit anderen Gebäcksorten zusammen in einer Dose aufbewahrt werden, da sie sonst Aromen annehmen.

Einfrieren

  • Einfrieren bis zu 3 Monate möglich (FoodTrail)

Gut verpackt in Gefrierbeuteln lassen sich Zimtsterne einfrieren. Vor dem Verzehr bei Raumtemperatur auftauen lassen – die Glasur bleibt intakt.

Der Vorteil: Die lange Haltbarkeit macht Zimtsterne zum idealen Vorratsgebäck für die Adventszeit. Wer im Dezember backt, kann bis Weihnachten genießen.

Bestätigte Fakten

  • Zimtsterne sind ein traditionelles Weihnachtsgebäck.
  • Sie enthalten Mandeln und Zimt.
  • Erste schriftliche Erwähnung 1536.

Was unklar ist

  • Genaue Herkunft (Schweiz oder Elsass) umstritten.
  • Die Bedeutung der Sternform ist nicht eindeutig belegt.

Für Hobbybäcker in Deutschland und der Schweiz, die authentische Weihnachtsplätzchen suchen, ist die Wahl klar: das traditionelle Rezept mit Eiweiß und Mandeln, oder eine kreative Abwandlung – beides gelingt mit den richtigen Temperaturen. Wer die Geschichte kennt, backt mit mehr Respekt vor der Tradition.

Ähnlich wie die Linzer Torte hat auch der Zimtstern eine lange Tradition, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht.

Häufig gestellte Fragen

Kann man Zimtsterne ohne Eiweiß machen?

Ja, durch Aquafaba (Kichererbsenwasser) oder pflanzliche Eiweißalternativen. Die Konsistenz wird etwas anders, aber das Ergebnis ist überzeugend.

Sind Zimtsterne glutenfrei?

Traditionell sind Zimtsterne mehlfrei und daher von Natur aus glutenfrei. Achten Sie jedoch auf verstecktes Gluten in gemahlenen Mandeln.

Wie viele Kalorien hat ein Zimtstern?

Ein durchschnittlicher Zimtstern (ca. 20 g) hat etwa 80–100 kcal, je nach Zuckergehalt.

Kann man Zimtstern ausweichen?

Das ist nicht nötig – sie sind bereits weich genug. Nach dem Backen härten sie leicht nach.

Was ist der Unterschied zwischen Zimtsternen und Zimtplätzchen?

Zimtplätzchen sind meist mehlhaltiger und werden mit Butter zubereitet, während Zimtsterne auf Mandelbasis und mehlfrei sind.

Warum heißen sie Zimtsterne?

Der Name leitet sich von der Sternform und dem Hauptgewürz Zimt ab. Die Form wird oft mit dem Stern von Bethlehem in Verbindung gebracht.

Kann man Zimtsterne mit Honig süßen?

Ja, aber Honig verändert die Konsistenz des Teigs und der Glasur. Besser Puderzucker verwenden für das traditionelle Ergebnis.