Wenn im Deutschunterricht plötzlich von „Satzgliedern“ die Rede ist, wird es für viele Schüler knifflig. Das Prädikat – oft als „Tunwort“ bekannt – steht dabei im Zentrum: Es verrät, was passiert oder was jemand tut. Dieser Leitfaden zeigt anhand konkreter Beispiele, wie Sie das Prädikat sicher erkennen, auch wenn es aus mehreren Teilen besteht.

Schulstufe: ab 3. Klasse Grundschule ·
Fachbereich: Deutsch / Grammatik ·
Wortart des Prädikats: Verb (oder Verbgruppe) ·
Funktion im Satz: Satzaussage / Handlungskern ·
Häufigste Frage: „Was tut das Subjekt?“ ·
Top-SERP-Quelle: Studyflix

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
3Zeitleisten-Signal
4Wie es weitergeht

Die folgende Tabelle fasst die sieben wesentlichen Merkmale des Prädikats kompakt zusammen.

Fünf zentrale Fakten zum Prädikat auf einen Blick
Merkmal Beschreibung
Art des Prädikats Verb oder Verbgruppe (mehrteilig)
Satzgliedstellung Meist an Position 2 im Hauptsatz, am Ende im Nebensatz
Fragewort „Was tut das Subjekt?“
Wortart des Kerns Verb
Typische Lernstufe 3. Klasse Grundschule bis 6. Klasse
Einführungsreihenfolge Oft vor anderen Satzgliedern behandelt (Cornelsen)
Häufigste Fehlerquelle Verwechslung mit dem Prädikatsnomen in der Sekundarstufe

Was ist das Prädikat Beispiel?

Das Prädikat ist der Kern jedes vollständigen Satzes. Es besteht aus dem konjugierten Verb – manchmal auch aus mehreren Verben – und sagt aus, was das Subjekt tut oder was mit ihm geschieht. Ein einfaches Beispiel: „Der Hund bellt.“ – Hier ist bellt das Prädikat. In einem Satz mit zusammengesetzter Zeitform wie „Sie hat geschlafen.“ besteht das Prädikat aus zwei Wörtern: hat geschlafen (Schülerhilfe).

Einfaches Beispiel mit einem Verb

  • „Die Sonne scheint.“ → Prädikat: scheint
  • „Das Kind lacht.“ → Prädikat: lacht
  • „Der Vogel singt.“ → Prädikat: singt
Was das bedeutet

Das Prädikat ist kein zusätzliches Extra, sondern die unverzichtbare Aktionszentrale jedes Satzes. Ohne Prädikat bleibt der Satz unvollständig – genau wie ein Auto ohne Motor. (Cornelsen)

Beispiel mit zwei Verben (mehrteiliges Prädikat)

  • „Er hat gesungen.“ → Prädikat: hat gesungen
  • „Sie kann kommen.“ → Prädikat: kann kommen
  • „Gestern ist er gelaufen.“ → Prädikat: ist gelaufen

Die Besonderheit mehrteiliger Prädikate: Sie bestehen aus einer konjugierten Verbform (Hilfs- oder Modalverb) und einem weiteren Verb im Infinitiv oder Partizip. Genau diese Kombination macht die Aussage des Satzes aus (MaxKlug (Lernseite für Grundschulkinder)).

Fazit: Das Prädikat ist die verbale Handlungseinheit des Satzes. Es kann ein einzelnes Verb oder eine Verbgruppe sein. Für Schüler gilt: Immer die Frage nach der Tätigkeit des Subjekts stellen – das führt direkt zum Prädikat.

Ist ein Prädikat ein Tunwort?

Viele Lernmaterialien für die Grundschule bezeichnen das Prädikat als „Tunwort“ oder „Verb“. Das stimmt im Kern, ist aber nicht vollständig. Ein Prädikat ist immer ein Verb – aber nicht jedes Verb im Satz muss das Prädikat sein. Der Unterschied liegt in der Funktion: Das Verb gehört zur Wortart, das Prädikat zur Satzgliedebene (Sivakids).

Was ist der Unterschied zwischen Verb und Prädikat?

Die folgende Tabelle stellt die wesentlichen Unterschiede zwischen der Wortart Verb und der Satzgliedfunktion Prädikat gegenüber.

Verb (Wortart) Prädikat (Satzglied)
Bezeichnet Tätigkeit, Vorgang oder Zustand Bildet den Aussagekern des Satzes
Kann im Infinitiv oder konjugiert auftreten Muss konjugiert sein (oder Teil einer konjugierten Verbgruppe)
Beispiel: „laufen“ (Infinitiv) Beispiel: „Er läuft schnell.“ – Prädikat: läuft
Kann als Nomen oder Adjektiv verwendet werden Ist immer verbal (ggf. mit Hilfsverb)

Das Prädikat ist also die grammatische Rolle, die ein Verb im Satz übernimmt. Nicht jedes Verb spielt diese Rolle – etwa wenn es in einem Nebensatz als Teil eines anderen Satzglieds vorkommt (Cornelsen).

Die Implikation: Wer Verb und Prädikat gleichsetzt, übersieht die Funktionsebene im Satz.

Der Knackpunkt

Ein Verb kann zum Prädikat werden, sobald es die Handlung des Subjekts ausdrückt und konjugiert ist. Das ist der entscheidende Schritt für das Satzverständnis in der Grundschule.

Was ist ein Prädikat für Kinder erklärt?

In der Grundschule lernen Kinder das Prädikat oft als das „Tuwort“ im Satz kennen. Es beantwortet die Frage: „Was tut das Subjekt?“ oder „Was passiert?“ Ein einfacher Merksatz lautet: „Das Prädikat sagt, was los ist.“ (GGS An der Burg (schulisches Übungsmaterial))

Wie findet man das Prädikat im Satz?

  1. Subjekt suchen: Wer oder was tut etwas? (z. B. „der Hund“)
  2. Frage stellen: Was tut das Subjekt? („Was tut der Hund?“)
  3. Verbkonjugation prüfen: Das Verb muss an das Subjekt angepasst sein (3. Person Singular: bellt).
  4. Bei zusammengesetzten Zeiten: Alle Verbteile markieren („hat gebellt“).

Beispiel: Satz „Die Grundschule schafft an.“ – Frage: „Was tut die Grundschule?“ – Antwort: schafft an. Das ist das Prädikat (Sachsen Schule).

Wichtige Eselsbrücken und Merksätze

  • „Das Prädikat ist die Tat im Satz, das Subjekt ist der Täter.“
  • „Frag’ nach der Tätigkeit – dann hast du das Prädikat bereit.“
  • „Das Prädikat steht meist an Position 2 – außer im Nebensatz, da am Ende.“ (Schülerhilfe)
Das Paradox

Obwohl das Prädikat das wichtigste Satzglied ist, wird es in vielen Übungen oft erst nach Subjekt und Objekt abgefragt. Warum? Weil Kinder zuerst verstehen müssen, wer etwas tut, bevor sie nach dem Tun fragen können.

Ist lachen ein Prädikat?

Das Wort „lachen“ kann ein Prädikat sein – aber nur, wenn es in einem vollständigen Satz konjugiert auftritt. In „Das Kind lacht.“ ist lacht das Prädikat. Der Infinitiv „lachen“ allein ist dagegen kein Prädikat, weil er keine konkrete Handlung an ein Subjekt bindet (öbv (österreichischer Schulbuchverlag)).

Wann ist ein Verb allein kein vollständiges Prädikat?

  • Wenn es im Infinitiv steht: „lachen“ – ohne Subjekt und Konjugation.
  • Wenn es Teil eines mehrteiligen Prädikats ist: „Sie hat gelacht.“ – das Prädikat ist hat gelacht, nicht nur „gelacht“.
  • Wenn es als Nomen gebraucht wird: „Das Lachen des Kindes“ – hier ist „Lachen“ ein Nomen, kein Prädikat.

Für die Grundschule gilt: Ein Verb wird zum Prädikat, sobald es die Handlung des Subjekts ausdrückt und die richtige Endung trägt (Sivakids).

Wie identifiziert man ein Prädikat?

Die Identifikation des Prädikats ist ein zentraler Schritt in der Satzanalyse. Mit einer klaren Schrittfolge gelingt sie schnell – auch in komplexen Sätzen. Die Methode eignet sich für Schüler ab der 3. Klasse (Grundschulkönig).

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Subjekt ermitteln – Frage: Wer oder was? (z. B. „der Lehrer“)
  2. Frage nach der Handlung – Was tut das Subjekt? („Was tut der Lehrer?“)
  3. Alle konjugierten Verben suchen – Das Verb muss in Person und Numerus zum Subjekt passen.
  4. Bei zusammengesetzten Zeiten: Hilfsverb + zweites Verb markieren (z. B. „hat erklärt“).
  5. Nebensätze beachten: Im Nebensatz steht das Prädikat am Ende (z. B. „…weil der Lehrer erklärt hat“).

Beispiel: „Gestern hat der Hund im Garten gebellt.“ – Subjekt: der Hund. Frage: Was hat der Hund getan? – Antwort: hat gebellt. Prädikat: hat gebellt. (Sachsen Schule)

Prädikat in zusammengesetzten Sätzen finden

In Hauptsatz-Nebensatz-Konstruktionen ist das Prädikat oft auf zwei Teile verteilt: Der konjugierte Teil steht im Hauptsatz an Position 2, der infinite Teil am Satzende. Beispiel:

  • „Er hat gesagt, dass er kommt.“ – Prädikate: hat gesagt (Hauptsatz), kommt (Nebensatz).
  • „Weil sie gelacht hat, war alles klar.“ – Prädikate: hat gelacht (Nebensatz Ende), war (Hauptsatz).
Was zu beachten ist

Ein häufiger Fehler: Im Nebensatz wird das Prädikat nicht erkannt, weil es ans Ende rutscht. Die Regel „Prädikat = Verbgruppe“ hilft, auch getrennte Teile zusammenzuhalten.

Fazit: Die Identifikation folgt immer demselben Muster: Subjekt bestimmen, nach der Tätigkeit fragen, alle Verbteile erfassen. Übung macht den Meister – mit Arbeitsblättern von Portalen wie Grundschulkönig oder Eduki (Marktplatz für Unterrichtsmaterialien) lässt sich das trainieren.

Schritt-für-Schritt: Prädikat sicher bestimmen

Eine systematische Übungsroutine festigt das Verständnis. Die folgende Anleitung fasst die Methode aus den vorherigen Abschnitten zusammen und ergänzt sie um praktische Tipps.

  1. Satz laut vorlesen und ein erstes Gefühl für die Handlung gewinnen.
  2. Subjekt mit „Wer/Was?“ bestimmen.
  3. Frage nach dem Prädikat: „Was tut/subjekt?“ – die Antwort enthält das Prädikat.
  4. Verbform prüfen: Ist das Verb konjugiert? Bei mehreren Verben alle Teile markieren.
  5. Zur Kontrolle: Das Prädikat umstellen – funktioniert der Satz noch? (V2-Stellung beachten).
  6. Übungsblatt bearbeiten – einfache Sätze, dann gemischte Zeiten.

Beispiel aus der Praxis: Satz „Die Schüler haben heute viel gelernt.“ – Subjekt: Die Schüler. Frage: Was haben die Schüler getan? – Prädikat: haben gelernt. (GGS An der Burg)

Der Nutzen: Wer diese sechs Schritte verinnerlicht, erkennt das Prädikat in jedem Satz, ohne lange zu suchen.

Der Trade-off

Je schneller Kinder das Prädikat erkennen, desto leichter fällt ihnen die gesamte Satzanalyse. Der anfängliche Zeitaufwand für die Schrittmethode lohnt sich – sie vermeidet typische Stolperfallen wie das Übersehen mehrteiliger Prädikate.

Bekräftigte Fakten und was noch unklar ist

Die Grammatik des Prädikats ist weitgehend erforscht, doch es gibt Nuancen, die in der Schulpraxis oft vereinfacht werden.

Bestätigte Fakten

  • Das Prädikat ist die Satzaussage und besteht aus einem oder mehreren Verben (Schülerhilfe).
  • Die Identifikationsfrage lautet: „Was tut das Subjekt?“ (Cornelsen).
  • In zusammengesetzten Zeiten sind alle Verbteile Teil des Prädikats (MaxKlug).
  • Das Prädikat steht im Hauptsatz meist an Position 2 (öbv).

Diese vier Punkte bilden den gesicherten Kernbestand der Prädikat-Lehre für die Grundschule.

Was unklar ist

  • Ob das Prädikat in Sätzen mit Prädikativum (z. B. „Er ist Lehrer“) noch als reines Verb gilt – linguistisch handelt es sich um eine Kopula.
  • Die genaue Abgrenzung zwischen Prädikat und Satzgegenstand bei unpersönlichen Ausdrücken wie „Es regnet“.

„Das Prädikat ist das Satzglied, das die Handlung oder den Zustand ausdrückt. Es besteht immer aus einer Verbform.“

Wikipedia (Online-Enzyklopädie, Fachbereich Grammatik)

„Die Konjugation ist die Grundlage des Prädikats – nur das konjugierte Verb kann die Handlung an das Subjekt binden.“

Studyflix (Lernplattform für Schüler und Studierende)

Prädikat im Satz: Der rote Faden für Ihr Verständnis

Am Ende steht eine Erkenntnis: Das Prädikat ist nicht nur ein grammatisches Konzept, sondern der Motor jedes Satzes. Wer es beherrscht, versteht Satzstrukturen intuitiv. Für alle Schüler, die sich durch die Deutsche Grammatik kämpfen, ist der Weg klar: Üben Sie die Identifikation systematisch – mit den vorgestellten Methoden und Quellen. Wer das Prädikat sicher erkennt, legt das Fundament für die gesamte Satzanalyse und vermeidet spätere Fehler bei Nebensätzen und komplexen Zeitformen.

Verwandte Beiträge: Prädikat einfach erklärt: Definition, Beispiele & Übungen

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Prädikat in einem Satz?

Das Prädikat ist die Satzaussage. Es besteht aus dem konjugierten Verb (oder einer Verbgruppe) und gibt an, was das Subjekt tut oder was mit ihm geschieht.

Wie frage ich nach dem Prädikat?

Die Frage lautet: „Was tut das Subjekt?“ oder „Was passiert?“ Die Antwort auf diese Frage ist das Prädikat.

Kann das Prädikat aus mehreren Wörtern bestehen?

Ja, bei zusammengesetzten Zeiten (Perfekt, Plusquamperfekt, Futur) oder mit Modalverben besteht das Prädikat aus zwei oder mehr Verben, z. B. „hat gesungen“ oder „kann kommen“.

Ist das Prädikat immer ein Verb?

Ja, das Prädikat ist immer ein Verb oder eine Verbgruppe. Allerdings ist nicht jedes Verb automatisch ein Prädikat – es muss die Handlung des Subjekts ausdrücken und konjugiert sein.

Was ist der Unterschied zwischen Verb und Prädikat?

Das Verb ist eine Wortart, das Prädikat eine Satzgliedfunktion. Ein Verb kann zum Prädikat werden, wenn es im Satz die konjugierte Handlung angibt.

Wo steht das Prädikat im Satz?

Im Hauptsatz steht das konjugierte Verb meist an zweiter Position. Im Nebensatz steht das gesamte Prädikat am Ende.

Was ist ein zweiteiliges Prädikat?

Ein zweiteiliges Prädikat besteht aus einer konjugierten Verbform (Hilfs- oder Modalverb) und einem weiteren Verb im Infinitiv oder Partizip, z. B. „hat gelacht“ oder „wird kommen“.

Wie erkläre ich das Prädikat einem Kind?

Sagen Sie: „Das Prädikat verrät, was jemand tut oder was passiert. Frage: ‚Was tut das Subjekt?‘ – die Antwort ist das Prädikat.“