Stimmejournal Nachrichtenupdate Deutsch
StimmeJournal.ch Stimmejournal Nachrichtenupdate
Blog Lokal Politik Technik Welt Wirtschaft

Frauen in MINT-Feldern: Statistiken, Gehälter und Tipps

James Murray • 2026-05-30 • Gepruft von Hannah Fischer

Wer sich für Technik, Mathematik oder Naturwissenschaften begeistert, kennt das Gefühl, manchmal die einzige Frau im Raum zu sein – ein Gefühl, das von Fach zu Fach enorm variiert: von 87 Prozent Frauenanteil in der Innenarchitektur bis zu 8 Prozent in der Fahrzeugtechnik. Dieser Leitfaden zeigt, was STEM und MINT bedeuten, welche Felder Frauen anziehen, wo die Gehälter am höchsten sind und wie sich die Lücke schließen lässt.

Frauenanteil in der STEM-Belegschaft: 26 % · Anteil der STEM-Absolventinnen: 35 % · Höchster Frauenanteil im Ingenieurwesen (Innenarchitektur): 87 % · Niedrigster Frauenanteil im Ingenieurwesen (Fahrzeugtechnik): 8 %

Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick
Kennzahl Wert
Frauenanteil in der STEM-Belegschaft 26 %
Frauenanteil unter STEM-Absolventen 35 %
Höchster Frauenanteil im Ingenieurwesen (Innenarchitektur) 87 %
Niedrigster Frauenanteil im Ingenieurwesen (Fahrzeugtechnik) 8 %

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Wie sich der Frauenanteil in einzelnen MINT-Disziplinen langfristig entwickeln wird
  • Ob Förderprogramme die strukturelle Unterrepräsentation nachhaltig verändern können
  • Welche Rolle intersektionale Faktoren (LGBTQ+, sozioökonomischer Hintergrund) genau spielen
3Zeitleisten-Signal
4Wie es weitergeht
  • Programme wie STEM Women graduate careers event vernetzen Absolventinnen mit Arbeitgebern
  • Frühkindliche MINT-Bildung und Mentoring sollen die Pipeline von der Schule bis in Führungspositionen verstärken
  • Die EU-Kommission fordert verbindliche Gleichstellungsziele für den MINT-Bereich

Was bedeutet STEM?

Akronym und Bedeutung

  • STEM steht für Science, Technology, Engineering, Mathematics – also Naturwissenschaften, Technik, Ingenieurwesen und Mathematik.
  • Die deutsche Entsprechung ist MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik).
  • In Bildung und Karriere beschreibt STEM/MINT alle Disziplinen, die auf naturwissenschaftlich-technischen Methoden basieren.

Das Akronym hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einem Leitbegriff für die wirtschaftlich und gesellschaftlich zentralen Fachrichtungen entwickelt. Während die englische Bezeichnung STEM international üblich ist, hat sich im deutschsprachigen Raum MINT durchgesetzt – gemeint ist dasselbe Feld. Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) lag der Frauenanteil unter den Studienanfängern im MINT-Bereich im Jahr 2024 bei 36 % – ein neuer Höchststand.

Der Kern

STEM und MINT sind keine starren Kategorien, sondern ein dynamisches Feld mit enormen Unterschieden zwischen den Disziplinen. Wer den Frauenanteil verstehen will, muss die Fächer einzeln betrachten – nicht den Sammelbegriff.

Die Wahl des STEM-Feldes bestimmt den Frauenanteil maßgeblich – von 87 % in der Innenarchitektur bis 8 % in der Fahrzeugtechnik.

Die vier Disziplinen: Wissenschaft, Technik, Ingenieurwesen, Mathematik

  • Science (Wissenschaft) umfasst Biologie, Chemie, Physik und Umweltwissenschaften – hier liegen die Frauenanteile oft über 50 %.
  • Technology (Technik) umfasst Informatik, IT und Softwareentwicklung – der Frauenanteil liegt bei etwa 20 %.
  • Engineering (Ingenieurwesen) ist das breiteste Feld – von 87 % (Innenarchitektur) bis 8 % (Fahrzeugtechnik).
  • Mathematics (Mathematik) bildet die quantitative Grundlage für alle anderen Disziplinen.

Die Spanne zwischen den Disziplinen ist enorm: Während in den Biowissenschaften und der Medizin Frauen oft die Mehrheit stellen, sind die klassischen Ingenieurfächer und die Informatik nach wie vor männlich dominiert. Die Europäische Kommission stellt fest, dass unter den IKT-Fachkräften in der EU nur ein Fünftel Frauen sind.

Was dies bedeutet: Die Frage nach Frauen in MINT ist keine, die sich pauschal beantworten lässt. Wer wirklich verstehen will, wo Frauen stehen, muss in die einzelnen Disziplinen hineinzoomen.

Frauen in MINT: Die Verteilung variiert extrem – je technischer, desto seltener.

Was bedeutet es, eine Frau in STEM zu sein?

Herausforderungen und Stereotype

  • Frauen in STEM sind häufig mit unbewussten Vorurteilen und fehlenden Vorbildern konfrontiert.
  • Strukturelle Hürden wie ungleiche Bezahlung und mangelnde Aufstiegschancen wirken fort.
  • Vereinbarkeit von Karriere und Familie ist besonders in technischen Berufen oft schwierig.

Wer sich als Frau für ein MINT-Fach entscheidet, betritt ein Feld, das historisch von Männern geprägt wurde. Das zeigt sich nicht nur in Zahlen, sondern auch in der täglichen Erfahrung: Studien belegen, dass Frauen in männlich dominierten Arbeitsumgebungen häufiger mit Mikroaggressionen und einem Mangel an weiblichen Rollenmodellen konfrontiert sind. Ein Gutachten des BMBFSFJ hält fest, dass der Frauenanteil in MINT-Berufen unter einem Sechstel liegt und seit Jahren nur langsam steigt.

Die Paradoxie

In den Biowissenschaften und der Medizin sind Frauen längst in der Mehrheit – doch sobald es um prestigeträchtige, gut bezahlte Positionen in der Informatik oder im Maschinenbau geht, sinkt der Anteil drastisch. Das Feld ist gespalten in eine „weibliche” und eine „männliche” Hälfte.

Frauen in STEM erleben eine Spaltung: hohe Anteile in Bio- und Gesundheitswissenschaften, niedrige in Technik und Maschinenbau.

Gemeinschaft und Unterstützung

  • Netzwerke wie Women in STEM und STEM Women bieten Austausch und Mentoring.
  • Konferenzen und Karrieremessen speziell für Frauen in MINT fördern den Berufseinstieg.
  • Soziale Medien haben neue Communitys geschaffen – unter Begriffen wie „STEM-Girly” oder „STEM-Girl”.

Gerade die jüngere Generation nutzt Plattformen wie TikTok und Instagram, um sich zu vernetzen und Sichtbarkeit zu schaffen. Der Begriff „STEM-Girly” wird dort oft als positive Selbstbezeichnung verwendet – eine Abkehr vom Klischee der einsamen Frau im Labor. Gleichzeitig bleibt der Anteil an Frauen in den Kernfächern Informatik und Maschinenbau niedrig, was zeigt, dass kulturelle Veränderungen Zeit brauchen.

Der Befund: Die Community wächst, aber sie kämpft gegen jahrzehntealte Strukturen. Sichtbarkeit allein wird die Lücke nicht schließen – es braucht gezielte Förderung und strukturelle Reformen.

Gemeinschaften wie „STEM-Girly” schaffen Sichtbarkeit, aber strukturelle Reformen sind nötig.

Welches MINT-Feld hat die meisten Frauen?

Vier Felder, ein Muster: Die Frauenanteile verteilen sich so ungleich wie in kaum einem anderen Bereich. Die folgende Tabelle zeigt die Extreme – von der Innenarchitektur bis zur Fahrzeugtechnik. Die Daten stammen von Academics.com, das die Ingenieurdisziplinen im Detail aufgeschlüsselt hat.

Disziplin Frauenanteil Kategorie
Innenarchitektur 87 % Ingenieurwesen (Gestaltung)
Biowissenschaften ca. 55–65 % Naturwissenschaften
Medizin (Humanmedizin) ca. 50–60 % Gesundheitswissenschaften
Chemie ca. 40–45 % Naturwissenschaften
Informatik ca. 20–25 % Technik/IT
Maschinenbau ca. 12–18 % Ingenieurwesen
Fahrzeugtechnik 8 % Ingenieurwesen

Die Spanne von 87 % bis 8 % ist bemerkenswert – sie zeigt, dass die Kategorie „Ingenieurwesen” irreführend sein kann. Während gestalterische und biowissenschaftliche Fächer Frauen anziehen, bleiben klassische technische Disziplinen wie Fahrzeugtechnik und Maschinenbau stark männerdominiert. Stem Women gibt an, dass Frauen weltweit nur 26 % der STEM-Belegschaft ausmachen.

Das Muster: Je näher ein MINT-Feld an menschlichen Bedürfnissen, Gestaltung und Gesundheit orientiert ist, desto höher der Frauenanteil. Je technischer, abstrakter und „härter” das Fach, desto niedriger. Diese kulturelle Prägung zu durchbrechen, ist eine der zentralen Aufgaben der Förderpolitik.

Frauen zieht es in gestalterische und biowissenschaftliche Fächer – technische Disziplinen bleiben männerdominiert.

Was ist der bestbezahlte MINT-Job?

Top-Verdiener: Petroleum Engineering, Data Science

  • Petroleum Engineering gehört zu den bestbezahlten STEM-Berufen – Einstiegsgehälter liegen oft über 100.000 USD jährlich.
  • Data Science und Machine Learning zahlen in Technologieunternehmen ebenfalls Spitzengehälter.
  • Softwareentwicklung und Chemieingenieurwesen folgen mit hohen sechsstelligen Summen.

Ein Indeed (globale Stellenplattform) führt eine Liste der 15 bestbezahlten STEM-Jobs an, in der Petroleum Engineering und Data Science die Spitzenplätze belegen. Allerdings variieren die Gehälter stark nach Standort, Erfahrung und Branche. In Deutschland liegen die Durchschnittsgehälter für MINT-Berufe laut MINT-Informationsplattform Bayern zwischen 45.000 und 85.000 Euro jährlich – mit Spitzenwerten in der Chemie- und Automobilindustrie.

Der Haken

Die bestbezahlten MINT-Jobs sind gleichzeitig die mit den niedrigsten Frauenanteilen. Petroleum Engineering liegt unter 20 %, Data Science bei etwa 25 %. Höheres Gehalt korreliert in MINT oft mit geringerer weiblicher Beteiligung – ein Teufelskreis, den gezielte Förderung durchbrechen müsste.

Gehaltsspannen und Einflussfaktoren

MINT-Beruf Einstiegsgehalt (ca.) Gehalt mit Erfahrung (ca.)
Petroleum Engineering 100.000–120.000 USD 150.000–200.000 USD
Data Science 80.000–100.000 USD 120.000–160.000 USD
Softwareentwicklung 60.000–85.000 USD 100.000–140.000 USD
Chemieingenieurwesen 65.000–80.000 USD 100.000–130.000 USD
Biowissenschaften 45.000–60.000 USD 70.000–95.000 USD

Die Gehaltsunterschiede zwischen den Disziplinen sind erheblich. Während Petroleum-Ingenieure zu den bestbezahlten Fachkräften überhaupt zählen, liegen die Einstiegsgehälter in den Biowissenschaften oft nur halb so hoch. Das ist ein Faktor, der die Studienwahl beeinflusst – und der mit dazu beiträgt, dass Frauen in den besser bezahlten Disziplinen unterrepräsentiert sind.

Die Konsequenz: Wer den Frauenanteil in MINT erhöhen will, muss nicht nur über Förderung sprechen, sondern auch über strukturelle Ungleichheiten in der Bezahlung und kulturelle Barrieren in den lukrativsten Fächern.

Höheres Gehalt in MINT korreliert oft mit niedrigerem Frauenanteil – strukturelle Barrieren müssen angegangen werden.

Wie können wir mehr Frauen für MINT begeistern?

Frühzeitige Förderung und Bildung

  • Bereits in der Grundschule spielen MINT-Programme eine Schlüsselrolle – Mädchen brauchen frühe positive Erfahrungen mit Technik und Naturwissenschaften.
  • Schulprojekte wie „Girls’ Day” und „MINT-EC” fördern gezielt das Interesse von Schülerinnen.
  • Lehrkräfte müssen für geschlechtergerechte Pädagogik sensibilisiert werden.

Die Europäische Kommission betont, dass geschlechtsspezifische Unterschiede in der MINT-Bildung bereits im Jugendalter entstehen. Frühzeitige Interventionen – etwa durch Robotik-AGs, naturwissenschaftliche Experimente und mathematische Knobelaufgaben – können das Interesse von Mädchen nachhaltig wecken.

Mentoring-Programme und Netzwerke

  • STEM Women organisiert Karrieremessen und Networking-Events für Absolventinnen.
  • Mentoring-Programme verbinden Studentinnen mit erfahrenen Fachfrauen aus der Industrie.
  • Unternehmen wie Siemens, Bosch und SAP haben interne Frauen-förder-Programme für MINT-Positionen.

Das BMBFSFJ-Gutachten empfiehlt, Mentoring-Programme nicht nur auf Studentinnen zu beschränken, sondern auch Berufsrückkehrerinnen und Quereinsteigerinnen einzubeziehen. Die Bindung an MINT-Berufe steige nachweislich, wenn Frauen kontinuierlich Unterstützung erfahren.

Was wirkt

Die wirksamsten Programme kombinieren drei Elemente: frühe Begeisterung (Grundschule), sichtbare Vorbilder (Medien und Schule) und berufliche Netzwerke (Studium und Beruf). Ein einzelnes Element allein reicht nicht, um die tief verwurzelte Schieflage zu korrigieren.

Erfolgreiche Förderung kombiniert frühe Begeisterung, sichtbare Vorbilder und berufliche Netzwerke.

Sichtbare Vorbilder und Medienpräsenz

  • Vorbilder wie die Astronautin Claudia Alexander oder die Informatikerin Hedy Lamarr machen MINT-Geschichte sichtbar.
  • Influencerinnen auf TikTok und Instagram zeigen den Alltag in MINT-Berufen – oft unter dem Hashtag #WomenInSTEM.
  • Dokumentationen und Reportagen über Frauen in Forschung und Technik normalisieren das Bild.

Mediale Repräsentation ist kein Nebenschauplatz – sie prägt, welche Berufe junge Frauen als „passend” für sich empfinden. Die UNESCO hat in ihrem Bericht zu Mädchen und Frauen in STEM festgehalten, dass kulturelle Stereotype eine der größten Hürden sind: „Solange Technik als männlich codiert ist, werden Mädchen sich weniger dafür begeistern.”

Der Hebel: Jedes sichtbare Vorbild senkt die Hemmschwelle für die nächste Generation. Kombiniert mit frühzeitiger Förderung und beruflicher Unterstützung entsteht so eine Pipeline, die Frauen vom Schulhof bis in die Chefetage begleitet.

Sichtbare Vorbilder und Medienpräsenz normalisieren MINT für Mädchen – ein entscheidender Hebel.

Bestätigte Fakten und offene Fragen

Bestätigte Fakten

  • Frauen machen 26 % der weltweiten STEM-Belegschaft aus (Stem Women)
  • 35 % der STEM-Absolventen sind weiblich (UNESCO)
  • Innenarchitektur hat 87 % Frauenanteil, Fahrzeugtechnik 8 % (Academics.com)
  • Frauenanteil unter MINT-Studienanfängern in Deutschland: 36 % (2024) (Destatis)
  • Frauenanteil bei MINT-Abschlüssen in Deutschland gestiegen von 25,2 % (1999) auf 31,2 % (2018) (BMBFSFJ)
  • IKT-Fachkräfte in der EU: nur ein Fünftel Frauen (Europäische Kommission)

Was unklar ist

  • Wie sich der Frauenanteil in einzelnen Disziplinen wie Fahrzeugtechnik langfristig entwickeln wird
  • Ob bestehende Förderprogramme die strukturelle Unterrepräsentation nachhaltig verändern
  • Welche konkreten Auswirkungen neue Begriffe wie „STEM-Girly” auf das Berufswahlverhalten haben
  • Ob die Gehaltsunterschiede zwischen MINT-Disziplinen die Studienwahl von Frauen systematisch beeinflussen
  • Welche Rolle intersektionale Faktoren (LGBTQ+, sozioökonomischer Hintergrund) genau spielen
  • Ob frühkindliche MINT-Bildung langfristig den Frauenanteil in technischen Berufen erhöht

Stimmen aus der Fachwelt

Frauen machen nur 35 % der STEM-Absolventen aus – ein Indikator für anhaltende Unterrepräsentation, der zeigt, dass wir auf allen Bildungsebenen ansetzen müssen.

UNESCO (Bildungsorganisation der Vereinten Nationen), Bericht zu Mädchen und Frauen in STEM

Die Spanne reicht von 87 % in der Innenarchitektur bis zu 8 % in der Fahrzeugtechnik – das zeigt, dass die Kategorie „Ingenieurwesen” irreführend ist. Die Unterschiede innerhalb der MINT-Fächer sind enorm.

Academics.com (Karriereportal für Wissenschaft und Forschung), Analyse des Frauenanteils in Ingenieurberufen

Der Frauenanteil in MINT steigt seit Jahren nur langsam – bei Studierenden unter einem Drittel, in MINT-Berufen unter einem Sechstel. Strukturelle Maßnahmen sind dringend nötig.

BMBFSFJ (Bundesministerium für Bildung, Forschung und Frauen – Gutachten)

Die Botschaft der Fachwelt ist eindeutig: Die Unterrepräsentation von Frauen in MINT ist kein Naturgesetz, sondern das Ergebnis kultureller Prägungen und struktureller Hürden. Die guten Nachrichten sind, dass diese Hürden abbaubar sind – und dass die positive Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass Maßnahmen greifen. Für junge Frauen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Entscheidung für ein MINT-Fach heute einfacher als noch vor einer Generation, aber der Weg zu gleichberechtigter Teilhabe ist noch lang.

Ergänzend dazu zeigen aktuelle Statistiken zu Frauen in MINT-Fächern detaillierte Verteilungen über die einzelnen Disziplinen hinweg.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet STEM-Girly?

„STEM-Girly” ist eine positive Selbstbezeichnung, die vor allem auf Social-Media-Plattformen wie TikTok und Instagram verwendet wird. Junge Frauen und Mädchen, die in MINT-Fächern arbeiten oder studieren, nutzen den Begriff, um ihre Begeisterung für Naturwissenschaften, Technik und Mathematik auszudrücken und eine sichtbare Community zu schaffen.

Was ist ein STEM-Girl LGBTQ?

Die Bezeichnung „STEM-Girl LGBTQ” verbindet die Identität als Frau in MINT mit der Zugehörigkeit zur LGBTQ-Community. Sie betont die intersektionale Perspektive: Diskriminierung kann sowohl aufgrund des Geschlechts als auch der sexuellen Orientierung erfolgen. Initiativen wie „Queer in STEM” setzen sich gezielt für Sichtbarkeit und Unterstützung ein.

Welches Geschlecht ist statistisch glücklicher?

Laut dem World Happiness Report und verschiedenen soziologischen Studien geben Frauen im Durchschnitt eine etwas höhere Lebenszufriedenheit an als Männer – allerdings variiert dies stark nach Land, Lebensphase und beruflicher Situation. Für Frauen in MINT-Berufen zeigen Studien, dass die Zufriedenheit mit der Karriere dann steigt, wenn ein unterstützendes Arbeitsumfeld und faire Aufstiegschancen gegeben sind.

Warum sind Frauen in MINT unterrepräsentiert?

Die Ursachen sind vielschichtig: Kulturelle Stereotype, die Technik und Mathematik als „männlich” codieren, fehlende weibliche Vorbilder, unbewusste Vorurteile in Einstellungsprozessen und strukturelle Hürden wie ungleiche Bezahlung und mangelnde Kinderbetreuung. Die Europäische Kommission nennt diese Faktoren als Hauptgründe für die anhaltende Schieflage.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es für Frauen in MINT?

Es gibt eine Vielzahl von Programmen: Stipendien wie das „Deutschlandstipendium” mit MINT-Schwerpunkt, Mentoring-Initiativen wie „MINTvernetzt” und „Women in STEM”, Karrieremessen wie der „STEM Women graduate careers event”, sowie unternehmenseigene Programme bei Bosch, Siemens und SAP. Auch der „Girls’ Day” und MINT-EC-Clubs fördern frühzeitiges Interesse.

Wie hoch ist der Frauenanteil in MINT-Berufen in Deutschland?

Laut dem BMBFSFJ liegt der Frauenanteil in MINT-Berufen in Deutschland unter einem Sechstel – das entspricht etwa 16 bis 17 %. Die MINT-Informationsplattform Bayern gibt eine Spanne von 16 bis 20 % an, abhängig von der Branche.

Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede in der MINT-Bildung?

Ja, und sie beginnen früh. Die Europäische Kommission stellt fest, dass Mädchen bereits in der Sekundarstufe weniger Interesse an Informatik und technischen Fächern zeigen – nicht aufgrund mangelnder Fähigkeiten, sondern aufgrund kultureller Erwartungen. Pädagogische Programme, die diese Unterschiede gezielt adressieren, können das Interesse von Mädchen nachweislich steigern.



James Murray

Uber den Autor

James Murray

Die Berichterstattung wird fortlaufend mit transparenter Quellenprüfung aktualisiert.